Es ist wahrscheinlich sein persönlichstes Stück, erzählt er darin doch die Begegnung mit seiner demenzkranken Mutter, die im Pflegeheim wohnt. Ein gemeinsamer Nachmittag, so könnte man meinen, ist keine große Sache. Hier schon, denn der Mutter fehlt die Erinnerung an gemeinsame Erlebnisse, an die der Sohn anknüpfen möchte. Die kindlich gewordene Mutter, das alt gewordene Kind: längst haben die beiden die Rollen getauscht. Die letzten Schritte in die Welt, das zeigt das Stück, haben den Zauber der ersten. Immer, wenn er wieder nach Hause fährt, bleibt sie, ein Teil von ihm, zurück. Ausgezeichnet mit dem Prix Louis-d’Or, dem Adolf-Grimme-Preis sowie dem Pulitzer-Preis für seine Verfilmung (1983) ist das im Jahr 1981 entstandene Theaterstück eine packende, autobiografische Auseinandersetzung eines Schauspielers mit seiner Mutter. Es handelt von Abhängigkeit, von Kinderliebe, von Auflehnung. Es ist eine berührende, poetische und gleichsam versöhnliche Geschichte, voll behutsamer Ironie.
„Zweipersonenstück für einen Schauspieler“: der Konstanzer Schauspieler Ralf Beckord, der auch in Singen längst einen Namen hat, spielt in diesem Stück zwei Personen. Seit 2021 gehört er als Gast dem Färbe-Ensemble an. Von 2010 bis 2020 war er festes Ensemblemitglied am Stadttheater Konstanz und zuvor, neben verschiedenen Film- und TV-Rollen, auf zahlreichen Staats- und Stadttheaterbühnen zuhause. Zuletzt war er beim Sommertheater in „Kasimir und Karoline“ im Färbegarten zu sehen, sowie in der Rolle des Johann Jacob Moser in der Uraufführung „Mosers Schweigen“ von Gerd Zahner im Atelier stratozero und auf dem Hohentwiel. In „Du bist meine Mutter“ (Regie Cornelia Hentschel) sorgt er – stetig überraschend die Positionen bzw. Rollen eines Sohnes und dessen Mutter wechselnd – für ein virtuoses Theatererlebnis und nimmt dabei dem Thema „Demenz“ ein wenig seinen Schrecken.
Eintritt 15 Euro (nur Barzahlung möglich) Reservierung unter mail(at)treffpunkt-horizont.info oder unter Telefon 96970 790
Eine Kooperation von Treffpunkt Horizont und Theater die Färbe
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